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2001...
Reise mit dem Jahmobil über den Landweg nach und durch Afghanistan
2003... Planung einer längeren Tour mit dem Jahmobil, vielleicht rund um die Welt, oder eine Afrikadurchquerung.
Februar 2004... Verlust des Jahmobils
durch den Technischen Prüfdienst
Suche nach einem Ersatzfahrzeug!
Neben der Suche trat eine soziale Idee, die wir schon seit unserer
Reise 2001 immer wieder besprachen in den Vordergrund. Wir wollten
einen kleinen Beitrag leisten, um die Lebensbedingungen einiger
Menschen in Afghanistan zu verbessern.
Deutlich sahen wir noch die
Bilder der nach Wasser und Nahrung bettelnden Menschen in der
afghanischen Wüste vor unserem geistigen Auge, das Elend der
Flüchtlingslager nahe Herat. Hörten noch die
Geschichten der illegalen Afghanen im Iran und Pakistan, die so gerne
in ihrer Heimat leben möchten, doch Hunger, medizinische
Unterversorgung und die Angst vertrieb sie aus ihrem Land.
Juni 2004... So entsteht die Idee einen Traktor in Afghanistan zu verschenken, um mit seiner Hilfe Nahrung anzubauen und zu ernten.
Klar war für uns
beide, das wir die Strecke über den Landweg fahren wollen, mit
dem Traktor, im Schlepptau eine Bauanhänger, als unser
fahrbares Heim. So wollten wir unser Ziel Afghanistan erreichen. Unklar
war jedoch mit welchem Traktor wir diese Unternehmung starten. Alt
sollte er sein, wegen der Finanzierbarkeit, dem besseren Aussehen und
weil alte, einfache Technik in Afghanistan reparabel ist.
Nachdem wir beide keinerlei Traktorerfahrung besitzen, machten wir uns
schlau. Lapidare Auskunft von vielen Seiten: "Jeder alte Traktor der
fährt, schafft das kleine Stück."
Soweit so gut, nun ging's los.
Welcher Traktor eignet sich am besten?? Steyr, Eicher, Ferguson,
Wachaloeski?? Oder das Spitzenmodell John Deer, das aber
außerhalb unserer Finanzen liegt.
Bald kristallisierte sich Ferguson heraus, denn im Iran und Pakistan
gibt es eine Händlerniederlassung und somit Ersatzteile
für den Traktor.
Ewald trauerte zwar lange den schönen alten Steyr Modellen
nach, doch er sah ein das es keine echte Hilfe ist, wenn wir jedes
benötigte Ersatzteil selbst nach Afghanistan bringen
müssen.
Neben der Traktorauswahl versuchten wir eine Hilfsorganisation zu
finden, die den Traktor in Afghanistan in Empfang nimmt und diesen
für die Landwirtschaft verwendet.
Unser erster Ansprechpartner war die Hilfsorganisation "Adra". Nachdem
die in Afghanistan stationierten Helfer von unserem Vorhaben erfuhren,
den Traktor selbst über den Landweg nach Afghanistan zu
bringen, rieten sie uns vehement davon ab und distanzierten sich von
unserem Projekt.
Würde der Traktor jedoch in einem Container zu ihnen
transportiert werden, würde Adra diesen gerne entgegen nehmen.
Die Hilfsorganisation "Worldvision"
hingegen freute sich darauf den Traktor für ihr Projekt rund um Herat zu erhalten, auf welchem Weg auch immer.
Juli 2004...
Fergy
Auf unser Anschreiben um die Finanzierung eines Traktors für
Afghanistan meldete sich die Landtechnik Kalsdorf. Sie hätten
den idealen Traktor für uns und würden diesen mit 25%
Preisnachlass mitfinanzieren.
September 2004... Wir
haben einen Traktor, die Hilfsorganisation, aber noch immer keinen
passenden Anhänger, und mit unserer Reiseroute sind wir noch
unzufrieden.
An die Kosten unseres Vorhaben dürfen wir gar nicht denken. Um
die Sponsorensuche profesioneller zu gestalten, machen wir unsere
Webseite interessanter.
Wir suchen Menschen, die uns durch einen kleinen oder größeren Beitrag helfen, den Fergy zu finanzieren.
Die dringend notwendige neue Bereifung des Traktors spendete Firestone.
Oktober 2004...
NOCH IMMER KEIN ANHÄNGER!!!
Asdag sponsert einen sechs
Meter langen, zweiachsigen Bauwagen, leider gibt es keine Papiere dazu,
somit können wir den Anhänger nicht anmelden, kein
Cane de passage für ihn beantragen, und nicht über
die Grenze führen. Der Bauwagen für uns unbrauchbar
ist, nicht aber die Einrichtung, vielleicht können wir diese
in einen anderen einbauen. Der Anhänger selbst, dient nun
einem befreundeten Bauern als Schafstall.
Verschieben des Abfahrtstermins
Eigentlich wollten wir am Faschingsdienstag losstarten. Das haben wir
2001 auch so gemacht, und wenn wir einmal etwas erfolgreich machen,
dann hat es bei uns schon fast Tradition. Also sollte diese Reise auch
am Faschingsdienstag starten. Doch im Jahr 2005 fällt dieser
auf den achten Februar. Jeder der mehr von Traktoren versteht als wir,
riet uns davon ab. Bei Schnee und Eis wird ein Traktor mit schwerem
Hänger unfahrbar.
Das nächste geeignete Datum erschien uns der 21. März, Frühlingsbeginn.
Damit sollte sich auch die eisige Kälte während der Fahrt umgehen lassen.
Routen Planung
Zuerst wollten wir die altbewährte Strecke, Griechenland,
Türkei, Iran, Afghanistan fahren. Sollte sich für uns
keine sichere Fahrt nach Herat ergeben, wollten wir den weiten Weg nach
Nordpakistan auf uns nehmen, um den Traktor dort Kajum (Link) und
seinem eigenen Hilfsprojekt zur Verfügung zu stellen. Da wir
sehr viele positive Erfahrungen, und Erinnerungen mit Pakistan
verbinden zog es uns stark in diese Richtung. Leider stellte sich im
Verlauf unserer Planung heraus, das unsere Geldmittel für
dieses Vorhaben nicht reichen. So mussten wir uns neue Alternativen
überlegen.
Es reizte uns, all die vertrauten Länder von 2001 noch einmal
zu bereisen, die Unterschiede zu erleben, Freunde zu besuchen, und doch
reizte auch das Neue.
Warum nicht über einen anderen Weg nach Afghanistan gelangen?
Von Istanbul mit der Fähre über das schwarze Meer
nach Georgien, nach Aserbeitschan. Wieder eine Fährfahrt
weiter nach Turkmenistan und von dort nach Afghanistan.
23.Oktober 2004...
Noch haben wir die Streckenlänge und die Fährpreise
nicht gecheckt, noch habe ich die Pässe auf der Karte besehen,
doch immer fixer wird die Idee das ehemalige Russland zu bereisen.
November 2004...
Zeit - Geldplanung
Uns steht eine maximale Gesamtreisezeit von acht Monaten, wovon wir ein
Monat für die Rückreise einberechnen, zur
Verfügung. Ohne das uns, danach der finazielle Ruin droht,
wenn wir bescheiden leben, und wenn der Fergy uns nicht " die Haare vom
Kopf frießt".
Denn er "säuft" 14 Liter auf 100 Kilometer - ohne Anhänger.
Dafür sind wir umso langsamer, denn die
Fergy-fahr-Wohlfühl-Geschwindigkeit liegt bei circa 15 km/h,
nicht wie anfänglich gedacht, bei 25km/h.
Somit ist die Ausweichmöglichkeit nach Nordpakistan zu Kajum nicht mehr in unserer maximalen Reisezeit zu schaffen.
Jänner 2005...
Vieles ist seit November geschehen - obwohl eines ist gleich geblieben:
NOCH IMMER KEIN ANHÄNGER!!!
Anhänger: 358zigster Versuch
Adresse einer Baufirma in den gelben Seiten suchen - Kurzbeschreibung
unseres Vorhabens mit der Bitte um einen Bauanhänger
für unser Charity - Projekt, plus den Zeitungsbericht der
Kronen Zeitung über unser Vorhaben in ein Kuvert - abschicken
und hoffen.
359zigster Versuch
Internet - google - Bauunternehmen- österreichweit,
anschreiben um einen Anhänger für unser Charity
Projekt.
keine Antwort . . .
Unser Budget ist knapp, sehr knapp - doch ohne Anhänger können wir nicht fahren ! ?
Wir werden wohl, wie es zur Zeit scheint, einen Anhänger
kaufen müssen. Obwohl wir anfänglich einen Wohnwagen
als Behausung eher abgelehnt haben, erscheint Wohnwagen nun
zweckmäßig. Mehrere Personen können einen
Wohnwagen schieben, falls wir mit unserer Fahrtechnik nicht mehr weiter
können, weiters ist der Wohnwagen fertig eingerichtet, der
Stauraum bestmöglich ausgenützt, damit fallen die
Kosten des Hängerumbaus.
Die Route steht "fest" (oder noch sehen, vielleicht - wenn alles gut geht . . .)
Von Graz nach Ankona, von dort mit der Fähre in die Südtürkei nach Cesme (nähe Izmir)
Möglichst der Küstenstraße entlang weiter nach Kurdistan - Iran- Caspisches Meer - Maschad - Herat.
Wenn es finanziell möglich wird (Sponsoring) mit dem Flugzeug zurück, ansonst mit Zug und Bus.
Die Strecke über
Georgien, Aserbeitschan - Turkmenistan, haben wir angesichts der
enormen Fährkosten (ca. 1000 Dollar) und der notwendigen
Einladung für eine Einreise in Turkmenistan, wieder verworfen.
Zu hohe Kosten, zuviel Streß.
Somit haben wir uns für eine "mittellange" Strecke (ca. 6.000 Kilometer) entschieden.
Der Weg führt uns
dem Meer entlang -
über Berge -
durch die Wüste -
bis nach Herat
10.Februar 2005...
Noch 38 Tage bis zur Abfahrt, ein großer Schritt ist geschafft.
Wir haben einen Anhänger!!!!
=gekauft=
Der MK Pedevsens bietet uns
alle Annehmlichkeiten für die Reise.Herd,
Kühlschrank,genügend Stauraum, und auch einigen
Luxus, in Form der Gasheizung und eines abgeteilten
Wasch-Toilettenbereiches.
Das optische Erscheinungsbild, einfach entzückend, und wir
haben uns sofort im Innenraum des MKP wohlgefühlt.
Glücklich, hier für die Dauer der Reise leben zu
dürfen.
Mit der kostenlosen Hilfe eines Campingausstatters konnten wir sofort mit der Restauration und kleinen Umbauten beginnen.
JUBELSCHREI !!
Die Restkosten von 75% des
Traktors und die Gesamtkosten des Anhängers sind von einem
Freund und Spediteur zur Gänze übernommen worden.
Jetzt fehlt nur noch eines zum glücklich sein!
Wie kommen wir wieder heim?
In
fernen Ländern hörten wir einmal die Geschichte, das
es ein Getränk geben soll, das Flügel verleiht.
Wir hörten es immer öfter und öfter, konnten es kaum glauben...
Schon
bei der Sponsorensuche für die Afghanistan Reise 2001 baten
wir Red Bull um Unterstützung. Red Bull wünschte uns
viel Glück, bedauerte aber nur Projekte zu sponsern, die etwas
mit Fliegen zu tun haben.
Diesmal gehts ums Fliegen, um unsere Rückflugtickets!
Endspurt !!
- noch 21 Tage bis zu unserer Abfahrt!
darum: veranstalten wir ein
Vorfrühlingsfest
Sa. 12. März
am Grazer Tummelplatz
Zusätzlich zur Festvorbereitung gestalten und restaurieren wir
mit Martins Hilfe den MKP. Noch haben wir keinen Spitznamen
für unser Heim auf Zeit gefunden, aber Spitze finden wir es -
auf alle Fälle.
letzte Vorbereitungs – Woche:
Noch immer haben wir keinen präzisen Plan, wie wir uns und das
Gespann bis Ancona zur Fähre bringen. Schon ein wenig
verzweifelt, denn Zeit und Geldmittel sind
Knapp, versuchen wir einen Transport zu organisieren. Leider erfolglos.
Die Idee einfach gemeinsam mit dem Gespann loszufahren funktioniert
nicht, da es in der EU verboten ist Personen in einem Anhänger
zu transportieren. Die Strecke cirka 800 Kilometer mit dem Rad zu
bewältigen, traue ich meiner Kondition nicht zu, und das Ewald
alleine mit Fergy und Wohnwagen vorfährt, dafür fehlt
die Fahrpraxis, immerhin ist das Gespann etwa 10 Meter lang.
WAS SOLLEN WIR TUN ?
Ingrid und Thomas erklären sich ohne
zögern bereit, Wohnwagen samt Familienrest mit ihrem Pkw nach
Ancona zu schleppen.
So kann Ewald am 21. März plangemäß
starten, und wir treffen uns irgendwo in Italien, zwischen Triest und
Ancona um Familie und Gespann wieder zu vereinen.
Damit hat sich eines
unserer noch anstehenden Probleme erledigt, doch noch ist der
Dachträger zu schweißen, Dieselkanister,
Ersatzreifen und das Fahrrad sicher zu verstauen.
Aus diesem Grund macht sich Ewald mit dem Gespann am 19. März
auf den Weg zu Karlos, einem langjährigen Freund mit
handwerklichem Geschick und einer perfekt eingerichteten Werkstatt.
Wie´s bei der Arbeit meistens ist, aus der theoretisch
geplanten Arbeitszeit werden endlose Stunden harter Arbeit. Leider
spielt das Wetter auch nicht mit, es regnet dauerhaft, und die
Kälte ist zurück gekehrt.
Zusätzlich zur geplanten Arbeit, bekommen wir noch passende
Seitenscheiben von Karlos Bruder Peter geschenkt, Peter kam
zufällig vorbei, und begeisterte sich gleich für unser Vorhaben.
–DANKE –
Karlos Nachbar David verbringt Stunden seines freien Samstages damit für Fergy einen Wind und Regenschutz zu fertigen.
Zusätzlich kommt noch Martin um uns im Wohnwagen letzte Notwendigkeiten der Bequemlichkeit zu richten.
Alle gemeinsam überlegen wir uns Lösungen
für alle entstehenden Probleme, arbeiten durchnässt,
bis wir um Mitternacht in unsere Betten fallen.
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