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14.Juni - 3. Juli - Iran


14.Juni - 3. Juli | Iran     Route: Maku – Marand – Tabriz – Kalaiba – Abes Ahmed – Kalaiba – Tabriz
Nach zwölf Stunden Grenzaufenthalt dürfen wir in den Iran.
Bereits in der Grenzstadt bittet uns ein Fernsehteam um ein Interview und Aufnahmen. Ewald muss drei Runden in der kleinen Stadt drehen, jedes Mal wenn er vor der Grenze hält, umringen das Gespann hunderte Menschen. Der Bericht über uns wird neun Mal, an drei aufeinanderfolgenden Tagen iranweit ausgestrahlt.
Um unser vordringliches Problem, den Defekt der Digitalkamera zu lösen, müssen wir nach Tabriz. Es ist eine Millionenstadt mit höllischem Verkehr. Nach langer Suche und viel Schweiß des Gespannfahrers wegen der rechts und links überholenden Autos, finden wir den kleinen Laden für Kamerareparaturen. Als wir in den Regalen die alten, meist russischen Modelle sehen, die sich hier zur Reparatur befinden, haben wir wenig Hoffnung.
Am Tag darauf kehren wir zurück. Der Mann übergibt uns lächelnd die wieder funktionierende Kamera. Für fünf Euro wurde das Problem des Kartenfaches im Iran gelöst, zuhause hätten wir die Digi wohl wegwerfen müssen.
Tierhandlung
Glücklich streunen wir durch den Basar von Tabriz und finden im Schlachtviertel zwischen Hühnern, Gänsen, Truthähnen aller Größen auch Hasen. Bis zu fünf Stück sind hier in kleinen Vogelkäfigen eingezwängt. Somit ist klar, einem Hasenbaby wollen wir ein schönes Leben ermöglichen. Atreju ist von dem neuen Reisebegleiter, den er „Willi Maus“ tauft begeistert, uns bleibt das Problem, für den Hasen eine ständige Bleibe zu finden, den nach Österreich mitnehmen können wir ihn wohl kaum.
Uns gefällt Tabriz und somit verbringen wir noch einige Tage im El Goli Park, dem Picknick und Ausflugsziel der Bevölkerung.
Belagerung im El Goli Park
Dort erleben wir die erdrückende Hilfsbereitschaft der Iraner. Sie sind alle freundlich und wollen helfen, doch schon beim morgendlichen Zähneputzen haben wir zehn Zuschauer, beim Frühstück vor dem Wohnwagen werden es dann dreißig.
Anfänglich stehen sie einige Meter entfernt, doch sobald einer der umstehenden die Unterhaltung beginnt, rücken alle näher. Meist suchen wir Ruhe in der Flucht, denn wenn wir uns bewegen ist die Belagerung erträglich. Wir wissen, das, das Interesse der Iraner nett gemeint ist, doch manchmal ist es dem Guten zuviel.
Irankostüm Fort Babak Spielwarenverkäufer Wasserpfeife Fergy im Nebel
Von Tabriz aus bewegen wir uns in die Berge der Provinz Ost Asabaidschan, nach Kalaiba zum Fort Babak, leider erleben wir die Festung in dichtem Nebel.
Dort wird uns das Heilwasser von Abes Ahmed empfohlen, also besuchen wir ein iranisches Thermalbad. Zurück in Kalaiba, diesmal bei Sonnenschein, entscheiden wir, das wir noch einmal nach Tabriz zurück kehren um die Einladung des dort ansässigen Massey Ferguson Werkes anzunehmen.
Polizeieskorte
Um das Massey Fergusons Werk zu erreichen erhält Fergy eine Polizeieskorte über die Autobahn. Der Streifenwagen verabschiedet sich mit Blaulicht und aus dem Lautsprecher ertönt „Goodby Austria“.
Zum Empfang im Werk werden die noch leeren Blumentöpfe am Fergy-Garten mit Blühendem gefüllt. Ewald ist begeistert von dieser  Aufmerksamkeit.
Ferguson Werk Besichtigung
Wir werden in die Montagehalle geführt, wo in diesem Jahr 30.000 Stück der Modelle 240, 285 und 399 das Fließband verlassen sollen. Die hier gefertigten Traktoren sind zum Teil für den Export nach Pakistan, Syrien, Afghanistan, Sudan, Venezuela, Libyen und die Türkei bestimmt.
Mr. Shaabani führt uns durch die Fabrik in der über 10.000 Leute beschäftigt sind und lädt uns zum Mittagessen, nach iranischer Sitte zum Picknick in die schöne Parkanlage des Werks.
Besichtigung
Während des gesamten Aufenthalts werden wir von Mr. Helmi dem Werksfotografen gefilmt und für das Firmenmagazin abgelichtet.
Das Interesse an unserem Hilfsprojekt ist groß und so bittet Ewald das MF Werk um die kostenlose Reparatur unserer Ölwannendichtung, damit wir in Afghanistan einen makellosen Fergy übergeben können.
In der Werkstatt wird uns erklärt, das, das für die Reparatur notwendige Ersatzteil leider nicht verfügbar ist, unsere mitgeführte Ölwannendichtung ist nicht ausreichend um den Ölverlust zu stoppen. Doch die Mechaniker improvisieren und im Moment verliert unser Traktor keinen Tropfen Öl.
Außerdem wird ein Öl- und Ölfilterwechsel durchgeführt, und durch die freundliche Hilfe der Mechaniker des Massey Ferguson Werkes funktioniert nach 3000 Kilometer ohne Strom, die Stromzufuhr vom Traktor in den Anhänger wieder. Somit haben wir abends Licht und während der Fahrt einen kühlenden Kühlschrank.
Es werden auch Fergys Bremsen eingestellt, endlich muss Ewald nicht mehr vollen Körpereinsatz leisten, um das Gefährt zum Stehen zu bringen.
Der Marketing Leiter von einem der vier fusionierten Teilbetriebe von MF lädt uns zum Abendessen in sein Haus. Bei iranischen Köstlichkeiten schließen wir Freundschaft, werden wir gebeten ihr Haus als unseres zu betrachten, Bad und andere Annehmlichkeiten eines sesshaften Lebens zu nutzen.
Pressekonferenz
Am nächsten Tag findet in der Zweigstelle eine Pressekonferenz statt,  an der Journalisten von iranischen Tageszeitungen und die Direktoren des Werkes teilnehmen.
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