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10. - 18. Mai - Osttürkei


10. - 18. Mai | Osttürkei      Route: Osmaniye – Gaziantep – Adiyaman – Nemrut Dagi – Atatürk See – Siverek - Diyarbakir
Das wir die Osttürkei erreicht haben, bemerken wir nicht nur an der gebirgig werdenden Landschaft, dem fehlen der Hotelanlagen und den häufigen Maultiergespannen im Straßenverkehr, sondern auch am zunehmenden Interesse der Bevölkerung an unserem Gespann und uns als Person.
Waren es bis jetzt schon viele die uns die Fragen: „Waths your name? Wher do you come from?” gestellt haben, so müssen wir diese Auskunft bei jedem Halt nun an die hundert Mal beantworten. Leider ist damit der gesamte Englischsprachschatz des Großteils der Bevölkerung erschöpft und es kommt kaum zu einem weiterführenden Gespräch, da unsere türkisch Kenntnisse ebenso gering sind. So benötigen wir schon eine große Portion an innerer Ruhe um die ständig gleichen Fragen und die ständige Beobachtung durch die Bevölkerung zu überstehen und noch freundlich zu bleiben. Zuschauer
Denn eigentlich sind wir nichts außergewöhnliches, jeder Haushalt hier hat bereits Sattelitenfernsehen und kennt somit die westliche Welt. Trotzdem wird jeder unserer Schritte beobachtet, es wird an den Wohnwagen geschlagen, uns bleiben nur wenige Stunden zur Entspannung, in denen uns keiner befragt oder beschaut wie ein exotisches Tier im Zoo. Und es sind nicht nur die Kinder die so neugierig sind, auch Erwachsene machen einen Ausflug zum Traktor und den Bewohnern. Sogar Atreju ist das ganze schon zu viel, um die Schauer los zu werden, nutzt er die Angst der Türken vor Hunden, und geht mit der Happy an der Leine Kinder verjagen.

Bahce
In Bahce in Osmanien erlebten wir eine andere Seite, die Gastfreundschaft, obwohl wir keine gemeinsame Sprache hatten, nahm uns die Familie von Ahmet in ihr Haus auf.  Beglückte uns mit dem Luxus einer warmen Dusche und der Waschmaschine, unternahmen wir Ausflüge zu allen schönen Plätzen des Ortes und wurden vom Großvater eingeladen uns in der Nachbarschaft ein Haus zu kaufen, damit wir immer in der Nähe bleiben können. Die Kinder begannen sofort  unsere türkisch Kenntnisse aufzubessern.  Eigentlich wollten wir in dem verschlafenen Nest nur auf einen Tee Halt machen, doch die Freundlichkeit der Familie lies uns einige Tage bleiben.

Nemrut
Dann brachte uns der Zufall, da wir ohne Reiseführer unterwegs sind, zu einer Touristenattraktion dem Berg Nemrut. In Adiyaman erkundigten wir uns nach dem Weg zum Berg und erhielten die Auskunft, das es unmöglich sei selbst hinauf zu fahren, wir müssten einen der Minibuse nehmen, die täglich zu Sonnenauf- und untergang hinauf fahren. Doch was ein Bus schafft, das schafft unser Fergy leicht und so gings steil bergan. Die Straße führte uns durch eine traumhafte Landschaft und war bis auf die letzten acht Kilometer auch nicht besonders holprig, doch die hattens in sich. Ich versuchte im Wohnwagen Kind, Hund, mich, die Badtür und die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände festzuhalten. Völlig erschöpft kam ich oben an, und wir begannen den Wettlauf mit der Sonne, die sich schon verabschieden wollte, um noch bei günstigem Licht  das Grabmal fotographieren zu können.  Steil hasteten wir bergan, ich schleppte Atreju, Ewald die Kameras. Über hundert andere hatten sich oben schon versammelt um das gleiche zu tun. So entschied ich mich dafür das Grab am frühen Morgen, noch einmal in aller Stille zu besuchen. Kaum zu glauben wie viel Kraft, Schweiß und Sklavenarbeit von Nöten war, um für die Unsterblichkeit eines Herrschers zu sorgen.
Wieder im „Flachland“ wollten wir , müde vom vielen Fahren nur noch den Vansee erreichen um einen ruhigen Platz zum Relaxen zu finden. Doch in Diyarbakir begann das Unheil.
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